….. am Schiller-Weiher das Denkmal von Professor Anton Burger.

 

Mit diesem vom Münchener Bildhauer Karl Ludwig Sand 1908 gestalteten Denkmal (die im Krieg zerstörten Rehe wurden von Ilona und Karl Barth neu gestaltet) ehrte die Stadt den in Kronberg lebenden Maler, den sie anlässlich seines 70. Geburtstags bereits zum Ehrenbürger ernannt hatte.

 

Am 14.11.1824 in Frankfurt als Sohn eines Weißbindermeisters geboren studierte er Malerei am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt, in München und Paris und sammelte Erfahrung auf Studienreisen nach Antwerpen, Amsterdam und Rom.

 

In dieser rauen Zeit der Industrialisierung entstand als kultureller Gegenpol die Romantik. Die Künstler zog es zunehmend aus den Ateliers der Stadt in die Umgebung, um Landschaften, Orte und Details der Natur besonders in ihrer wechselvollen Stimmung zu erfassen. 

So kam er oft nach Kronberg, das für die Frankfurter Stadtbevölkerung als Ausflugsziel an Bedeutung gewann. 1858 zog er ganz nach Kronberg und gründete gemeinsam mit Jakob Fürchtegott Dielmann 1861 eine Malschule, die zahlreiche Künstler aus dem Frankfurter Städel anzog und damit der Anfang der Kronberger Malerkolonie war. 

 

Anton Burger in seinem Atelier

Schirn am Alten Markt, Frankfurt

Flörsheim

Familie am Tisch


Seine Malerei traf genau den Zeitgeschmack und so brachte er es als der Vielseitigste und Schaffensfreudigste unter den Kronberger Malern und Lehrer zu wirtschaftlichem Erfolg.    

 

Als geselliger Mensch machte er sein Haus in der Frankfurter Str. 21 zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt für Mitglieder der Frankfurter Künstlergesellschaft, seine Schüler, Jagdfreunde und viele Kronberger.


Infolge des frühen Todes seiner Frauen war er auch durch Heirat von 2 Kronbergerinnen fest in der Stadt verwurzelt. Er beteiligte sich am Kronberger Vereinsleben – war erster Turnwart im Männer-Turn-Verein von 1862, malte Dekorationen und Kulissen für den Gesangsverein, der mit Theater- und Fest-Veranstaltungen das Stadtleben förderte, setzte sich für die Erneuerung des Daches der Burgkapelle ein und war als passionierter Jäger natürlich Mitglied der Cronberger Schützengesellschaft von 1398.

Er war der populärste Bürger der Stadt und wurde „König von Kronberg“ genannt, noch ehe 1893 mit Kaiserin Friedrich eine wirklich Gekrönte nach Kronberg kam.

 

 

Vor 111 Jahren, am 6. Juli 1905 starb Anton Burger.

Selbstbildnis 

Friedhof Frankfurter Str.

Foto


Das Andenken an Anton Burger und die Kronberger Malerkolonie wird seit 1979 von der Museumsgesellschaft Kronberg e.V. gepflegt.

 

In den Museumsräumen auf der 1. Etage der Streitkirche hat der Hofapotheker und „Pionier der Luftaufnahmen“ Dr. Julius Neubronner gelebt und von Anton Burger ein Deckengemälde anbringen lassen.


Hier wird Anfang Oktober bei der Generalversammlung von „euroArt“ ebenfalls an Anton Burger erinnert – hat doch die Künstlerkolonie Barbizon (Frankreich) seinen Malstil stark geprägt. Und Barbizon ist Mitinitiator der "euroArt" - in der seit 1994 mehr als 80 Mitglieder aus 21 europäischen Ländern vereint sind - aus Deutschland u.a. die Künstlerkolonien Ahrenshop, Schwalenberg und Worpswede und das Museum Kronberger Malerkolonie.

 

                                                                                                                                       Manfred Bremen  2016.7.1.