..... am Treppenaufgang zur Johanniskirche ein Helm und zwei Wappen.

Links erkennt man das Wappen von Frank VIII von Cronberg und rechts das Wappen von Loretta von Reifenberg. Beide heirateten 1355 und sind die Stifter der Johanniskapelle, die 1437 niederbrannte und auf deren Fundament der Chorraum der Johanniskirche errichtet wurde.

1965 wurde dieser Türsturz der Johanniskapelle bei Restaurierungsarbeiten im mittelalterlichen Bauschutt gefunden und er zeigt das älteste Zeugnis des Ohrenstammes – die Eselsohren als Helmzier.

 

                                             Die Burgherren von Kronberg teilten sich in 3 Linien:

Kronenstamm 1252 –1704 

sein bekanntester Angehöriger:

1553 - 1626

Johann Schweikhart von Cronberg 

Erzbischof und Kurfürst von Mainz

erbaute u.a. das Schloss Johannisburg in Aschaffenburg

und die Universität in Mainz

Flügelstamm 1304 – 1617

sein bekanntester Angehöriger:

1477 - 1543

Walter von Cronberg 

Hochmeister des Deutschen Ordens in 

Bad Mergentheim

Ohrenstamm 1339 – 1461

Wappen Frank XII und Katharina

von Isenburg an Johanniskirche

Grabplatte in Pfarrkirche Lich

sein bekanntester und letzter Angehöriger:

1397 - 1461

Frank XII von Cronberg  „der Reiche“

erbaute die Johanniskirche,

das u.a. durch Pfandgeschäfte mit den Kurfürsten erworbene Vermögen fiel an die Grafschaft 

Solms-Lich


Die Burgherren von Reifenberg zierten ihre Helme und Wappen mit Eselsohren, die Loretta von Reifenberg quasi als ‘Mitgift‘ zum neuen Ohrenstamm nach Kronberg brachte.

 

Den Kreuzfahrern des Mittelalters war der Esel ein genügsamer und kluger Begleiter und Jesus benutzte ihn als Reittier bei seinem Einzug in Jerusalem. Für tiefgläubige Ritter könnten die Eselsohren somit ein Symbol des Glaubens und ein Zeichen der Wachsamkeit und Klugheit gewesen sein – so die Historiker.

 

Einprägsamer ist jedoch dieser ‘Tatsachenbericht‘:

Am 14.5.1389 verlor Johann von Cronberg während der Schlacht bei Eschborn sein Pferd und stieg kurzerhand auf einen Esel. Wegen des ungewohnten Gewichtes der Rüstung fegte der Esel wild schreiend los und die Frankfurter ergriffen die Flucht, als wäre der Teufel hinter ihnen her.

So hat eigentlich ein Esel die Frankfurter besiegt und aus Dankbarkeit führte der Ohrenstamm die Eselsohren fortan als Zier an seinen Helmen.

  

Wie auch immer – die Eselsohren schmücken heute noch einige Grabdenkmäler in der Johanniskirche

                 Walter von Reifenberg († 1506)

                  und Kunigunde von Hattstein

                Walter von Reifenberg († 1470)

                     und Katharina von Crüftel

       Walter von Reifenberg der Jüngere († 1517)

 

             Johann VI. von Cronberg († 1488)

                 und Katharina von Reifenberg


 

 

                                                                                                                                                                     Manfred Bremen 2014.10.1.