..... die Bushaltestelle an der Johanniskirche und ein verdecktes Schild, das auf die 

      Frankfurter Pforte hinweisen soll


Kronberg entstand Anfang des 13. Jahrhunderts, als sich beim Bau der Burg Handwerker, Kaufleute und Landwirte hier ansiedelten - und 1330  verlieh Kaiser Ludwig der Bayer den Burgherren von Kronberg Stadt-Privilegien, wozu auch das Befestigungsrecht gehörte. 

Sogleich wurde zum Schutz der wenigen Hundert Einwohner eine Erweiterung der Burgummauerung zwischen Tanzhausstr./Doppesstr. und entlang der Mauerstraße errichtet. Mit einer Höhe von 9,50 m und einer Tiefe von 1,50 m war es eine durchaus respektable Stadtmauer, wie der Kupferstich von 1726 zeigt.

Als südliches Eingangstor zur Stadt stand hier die Frankfurter Pforte.

Zu den Stadt-Privilegien gehörte u.a. das Recht, 12 Juden in die Stadt aufzunehmen (deren Handelsgeschick Steuern einbringen sollte), Märkte abzuhalten (darüber freuen wir uns heute noch beim Wochenmarkt, Flohmarkt, Kunst- und Weinmarkt, Apfelmarkt und Weihnachtsmarkt) und Zölle zu erheben. Die Frankfurter Pforte war ein wichtiger Kontrollpunkt, denn hier war die Zollstelle untergebracht. (die „Kronberger Elle“ war somit auch für den Zoll in nächster Nähe)

Kamen reisende Händler mit ihren Waren in die Stadt, dann mussten sie einen Einfuhr-Zoll bezahlen – die Waren mehrere Tage anbieten (Stapelrecht) – und beim Verlassen der Stadt auf die restliche Ware einen Ausfuhr-Zoll entrichten.

Diese Art der „Umsatzsteuer“ hatte einen positiven Aspekt:

der Händler war geneigt, seine Artikel los zu werden, was dem geschickten Käufer beim Handeln einen günstigen Preis brachte. 

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Frankfurter Pforte und die 1. Stadtmauer als „Steinbruch“  zum Bau neuer Häuser genutzt – im Hof hinter der Streitkirche ist aber noch ein Teil erhalten und in der Tanzhausstraße sind einige Häuser an die alte Stadtmauer angelehnt.


 

 

                                                                                                                                                                        Manfred Bremen 2014.9.1.